Grundlegende Anforderungen für die Praxisbeleuchtung
Für die unterschiedlichen Bereiche in der Arztpraxis ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an das Lichtkonzept. Im Folgenden werden Besonderheiten bestimmter Bereiche in der Arztpraxis aufgezeigt.
Beleuchtung im Empfangsbereich
Die erste Anlaufstelle von Patientinnen und Patienten beim Arztbesuch ist der Empfang und damit das Aushängeschild für den ersten Eindruck. Eine freundliche Gestaltung mit angenehmen, tageslichtähnlichen Lichtverhältnissen und Akzentbeleuchtung kann hier unterstützen und Orientierung geben.
Beim Empfangsbereich handelt es sich um einen Arbeitsbereich, daher ist hier eine gute Ausleuchtung wichtig. An Bildschirmarbeitsplätzen werden spezielle Anforderungen an Ergonomie und Beleuchtung gestellt.
Beleuchtung im Wartebereich
Ziel ist eine Beleuchtung, die eine entspannende Wirkung auf wartende Patientinnen und Patienten ausstrahlt.
Idealerweise kommen Lampen zum Einsatz, die ein warmes Licht erzeugen. Auch eine indirekte Beleuchtung kann hier vorteilhaft sein.
Eine gewisse Grundhelligkeit sollte der Wartebereich allerdings haben, die entspanntes Lesen oder Ausfüllen von Formularen möglich macht.
Für Empfangs- als auch Wartebereich sollte eine Beleuchtungsstärke von 200 bis 300 Lux angestrebt werden. Multipliziert man die Luxanzahl mit der Quadratmeterzahl des Raumes, erhält man das benötigte Lumen, was die benötigte Lichtmenge angibt.
Beleuchtung im Behandlungsraum
Für den ärztlichen Behandlungsraum ist eine normgerechte Helligkeit wichtig, die durch spezielle Praxisleuchten erreicht werden kann. Mit dimmbaren Untersuchungsleuchten kann das Licht individuell stufenlos eingestellt bzw. fokussiert werden.
Schon bei der Raumplanung sollte man sich überlegen, ob die Behandlungsleuchten an der Decke oder Wand montiert werden sollen und damit deren Standort fix ist oder man sich für ein Stativmodell auf Rollen entscheidet.
Entblendente Leuchten verhindern ein Blenden von Patientinnen und Patienten im Liegen, was die Behandlung angenehmer gestalten kann. Die Farbtemperatur im Untersuchungsbereich sollte neutral sein.
Im Behandlungsraum variiert die benötigte Lux-Zahl stark nach Art der Untersuchung (zwischen 500 bis 1.000 Lux).
Beleuchtung im OP-Bereich
Die Anforderungen an die Beleuchtung im OP-Bereich sind sehr hoch. Hier sind jederzeit optimale Sichtverhältnisse bzw. eine gute Lichtgebung mit einer zu jeder Zeit passenden Lichtquelle notwendig.
Die Lux-Zahl sollte bei über 1.000 liegen. Auch sollte im OP-Bereich eine optimale Beweglichkeit mit möglichst hoher Bein- und Bewegungsfreiheit gegeben sein.
Aufgrund des Wegfalls der Wärmeentwicklung bei LED-Lampen eignen sich diese sehr gut für den OP-Bereich und sind daher empfehlenswert.
Auch auf die Möglichkeit der Fokussierbarkeit, einer leichten Bedienbarkeit sowie sterilisierbarer Handgriffe sollte bei Leuchten für den OP-Bereich geachtet werden.
Fazit
Die richtige Beleuchtung in einer Arztpraxis ist entscheidend für den Komfort und das Wohlbefinden von Patientinnen, Patienten und Mitarbeitenden sowie für eine effektive Durchführung medizinischer Tätigkeiten. Damit nicht nur gesetzliche Anforderungen erfüllt werden, sondern ein stimmiges, aufeinander abgestimmtes Gesamtbild entsteht, sollte im Rahmen der Praxisplanung ein professionelles Lichtkonzept erarbeitet und umgesetzt werden.
Sie benötigen hierzu Beratung? Gemeinsam mit unseren Partnern helfen wir Ihnen gerne weiter, das ideale Lichtkonzept für Ihre Praxisräume zu definieren.